Die ARD ist immer wieder für neue Überraschungen bereit. Ich zitiere: Programmdirektorin Christine Strobl dachte nun gemäß dwdl.de bei den Medientagen München laut über eine große Sender-Allianz nach, die möglicherweise ab 2028 greifen könnte. Eine Zusammenarbeit mit dem Privatfernsehen für den Eurovision Song Contest ist nichts Neues: Die spätere Gewinnerin Lena Meyer-Landrut wurde 2010 bekanntlich in Zusammenarbeit zwischen ARD und ProSieben gefunden. Und mit „Chefsache ESC 2025“ lebte die Idee noch einmal auf, der zu RTL gewechselte Stefan Raab kooperierte mit der ARD.
Es könnte auch noch eine Nummer größer gehen. Programmdirektorin Strobl sagte hinsichtlich einer großen Kooperation: „Ich träume immer noch davon, sage ich ganz offen.“ Sie verwies auf die gute Zusammenarbeit mit RTL beim ESC und hoffe, „dass wir diese Partnerschaft noch größer machen können, als sie heute ist“, den Vorentscheid auf mehrere Schultern zu verteilen und „gemeinsam was ganz Großes draus zu machen“.
Wird der Eurovision Song Contest bald eine Gemeinschaftsaktion von mehr als zwei deutschen TV-Sendern? Hinter den Kulissen werden schon erste Strippen gezogen. „Wir arbeiten dran und vielleicht klappt es ja“, verrät Strobl. Und RTL-Content-Chefin Inga Leschek schwärmte laut dwdl.de von der Kooperation 2025 und könnte sich auch die Konkurrenz im Boot vorstellen. „Wenn ProSieben da mitmachen möchte, sag ich natürlich nicht Nein“, so Leschek. Tatsächlich zeigt sich auch Henrik Pabst, Chief Content Officer von ProSiebenSat.1, angetan und gesprächsbereit. Unklar ist, ob auch das ZDF einbezogen werden könnte.
Einen konkreten Plan oder einen Zeitplan gab es von Strobl aber nicht. Noch sind es Gedankenspiele, doch die Offenheit der Bosse zeigt, dass daraus weit mehr werden könnte – und die deutschen TV-Sender den Eurovision Song Contest als gemeinsame Aufgabe sehen, um die Flop-Serie zu beenden. Denn die ist schmerzhaft: Siebenmal in Folge verpasste Deutschland beim ESC eine Top-Ten-Platzierung. Seit Lenas Sieg 2010 gelang diese überhaupt nur noch dreimal. Dafür stehen reihenweise letzte und vorletzte Plätze zu Buche. Auch Sarah Engels 2026 konnte die Hoffnungen mit ihrem 23. Platz nicht erfüllen.
Die Frage, die ich mir stelle, wie man auf so „dumme Ideen“ kommen kann. Seit Jahren (mit einer Ausnahme) hat die ARD die schlechtesten Lieder zu diesem Wettbewerb geschickt. Ich selbst kenne Künstler, die tolle Songs eingereicht haben und nicht einmal beachtet wurden. Die Steigerung von schrecklich ist seit der Übernahme des SWR festzustellen. Ich habe mich an Frau Strobl und auch an die Verantwortlichen des SWR gewandt, aber nicht einmal eine Antwort erhalten.
Das Lied 2026 setzte noch einmal eines drauf, wenn ein „durchschnittlicher“ Song von drei Frauen in String Tangas in Großaufnahme eingeblendet wird, sieht man schon was man für ein Niveau bedient. Die Sängerin hat mir leidgetan. Eigentlich ist es peinlich, dass die ARD nicht in der Lage ist, einen tollen Vorentscheid mit schönen Liedern zu organisieren. Und haben wir nur Frau Schöneberger, die den Vorentscheid machen kann. Man sollte sich an Schweden orientieren, die ein Melodienfestival machen, das auch die Leute interessiert und gut ist. Hier werden die Menschen begeistert. Die angeblichen Musikexperten haben von Musik keine Ahnung und der Wettbewerb ist längst verkommen. Und die schlechtesten Lieder kommen in die Vorentscheidung, das wird auch 2027 wieder so sein. Der Charme dieser Sendung ist längst weg. Und mit Privatsendern gibt es dann unmögliche Werbeunterbrechungen. Die Moderation ist nur noch vom Telepromter, alles von der EBU vorgegeben. Dann die großen Hallen, die Künstler sieht man wegen dem schrecklichen Licht gar nicht mehr und die Abstimmung am Schluss ist nur noch hektisch. Die Anzeigetafeln sind kaum lesbar und das Endergebnis kann man gar nicht mehr sehen, weil dann gleich das Bild eine andere Kameraeinstellung hat. An die Künstler denkt niemand!
Frau Strobl, ist es nicht peinlich, dass man die schrecklichen Privatsender mit ihren Formaten für solche Shows braucht. Machen Sie sich mal Gedanken, an was es wirklich liegt, sie bekommen so viel Geld.
Der Gewinner von Portugal 2017, Salvator Sobral hat es einmal gesagt. „Ein Lied muss vom Herzen kommen“. Seines kam von Herzen er hatte keinen Maßanzug an, im Gegenteil, der war zu groß, aber vom ersten Ton an, erkannte man, es bewegt sich was und man konnte innehalten. Ich habe mich so über den Sieg für Portugal gefreut. Und beim Finale hatte er es mit seiner Schwester gesungen, die ihn damals wegen seiner Krankheit bei den Proben vertreten hatte. Es war ein so ein emotialer Schluss.
Ralph Siegel hat Grand Prix Geschichte geschrieben und mit seinem Lied „Ein bisschen Frieden“ mit Nicole sind beide in die Geschichte eingegangen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob Frau Strobl jemals einen Grand Prix Eurovision gesehen hat und diesen Artikel finde ich mehr als peinlich